Ein internationales Konsortium mit Pflanzenforschenden aus München und Köln hat alle vier Genomkopien der Kartoffel entziffert. Das erleichtert die Züchtung

Unwesentlich mehr als zehn Jahre nachdem ein internationales Konsortium erstmals ein Referenzgenom der Kartoffel präsentierte, hat der Verbund mit Beteiligung von Forschenden der Ludwig-Maximilians-Universität München und dem Max-Planck-Institut für Pflanzenzüchtungsforschung in Köln den nächsten Schritt gemacht: Die Forschenden haben erstmals das Genom einer Kartoffelsorte mit vier Chromosomensätzen Chromosomensatz-genau sequenziert und im Fachjournal "Nature" veröffentlicht. Das ist eine wichtige Grundlage, um das komplexe Genom der Kartoffel einfacher züchterisch zu optimieren.

Quelle: biooekonomie.de

Das Milchprotein Beta-Lactoglobulin (BLG) hat einen antiallergischen Effekt, sofern es an Zink gebunden ist, das im Stallstaub von Rinderställen zu finden ist. Das konnten ForscherInnen des interuniversitären Messerli Forschungsinstituts in Wien nun mit einer umfassenden Untersuchung belegen. Dass sich das Leben auf dem Bauernhof günstig auf Allergien auswirkt, ist schon länger bekannt. Doch nicht jede Art von Bauernhof schützt gleich gut. Besonders positiv wirken sich Kuhställe aus.

Quelle: Vetion

Amerikanische Forscher haben die Daten von 2.300 Kühen untersucht, um herauszufinden, welches das idealste Abkalbegewicht ist. Für ihre Studie untersuchten die Wissenschaftler Daten von mehr als 2.300 Holstein-Kühen aus den Jahren 2001 bis 2016. Dabei wurden die Kühe in fünf Gewichtsgruppen unterteilt. Die negative Energiebilanz nach dem Kalben spielt eine wichtige Rolle, die bei den schwersten Tieren am ausgeprägtesten war. Als Idealgewicht zum Kalben postulieren die Forscher rund 75 Prozent des Endgewichts des Tieres zu Beginn der dritten Laktation. Das heißt, wenn eine Kuh zu diesem Zeitpunkt 650 kg auf die Waage bringt, müsste sie zur ersten Kalbung idealerweise rund 490 kg wiegen. 

Quelle: Agrarheute / DGfZ

Zwei Monate nach der weltweit ersten erfolgreichen Transplantation eines Schweineherzens ist der Patient in den USA gestorben. Anfang Januar wurde erstmals einem schwer herzkranken Menschen ein Schweineherz als Ersatzorgan eingesetzt. Zwei Monate später, am 8. März, verstarb der Patient David Bennett im Alter von 57 Jahren. Laut Pressemitteilung der Uniklinik in Baltimore, wo die Xenotransplantation stattfand, verschlechterte sich sein Zustand einige Tage zuvor deutlich. Woran der Mann schließlich genau starb, wird noch untersucht. Die Ergebnisse sollen anschließend in einer wissenschaftlichen Fachzeitschrift veröffentlicht werden.

Das Schwein, von dem das transplantierte Herz stammte, war genetisch verändert worden. Nach der Operation funktionierte es zunächst mehrere Wochen lang sehr gut ohne Anzeichen einer Abstoßung. Das galt als medizinische Sensation und weckte Hoffnungen auf eine neue Quelle von Organen für schwerkranke Patientinnen und Patienten. Allein in Deutschland stehen aktuell rund 9.100 Menschen auf der Warteliste für ein Spenderorgan.

Quelle: SUS online

18.03.2022

Stall der Zukunft

Die nordrhein-westfälische Landwirtschaftsministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) setzte am 11. März 2022 auf Haus Düsse in Bad Sassendorf den ersten Spatenstich für den Stall der Zukunft. Es handelt sich um zwei Ausbildungs- und Demonstrationsställe, in denen erprobt werden soll, wie Schweine tier- und umweltgerechter gehalten werden können. Der Stall der Zukunft ist Bestandteil der Strategie für eine nachhaltige Nutztierhaltung, die das Land Nordrhein-Westfalen im Januar 2020 zur Förderung des Tierwohls in der Nutztierhaltung gestartet hat.

Quelle: SUS online/DGfZ

Wissenschaftler der Universität Kopenhagen haben einen Algorithmus entwickelt, um Schweinelaute zu entschlüsseln.

Der stimmliche Ausdruck von Emotionen könnte ein nicht-invasives und zuverlässiges Mittel zur Bewertung von Emotionen bei Tieren sein. In der Studie wurde ein umfangreicher und einzigartiger Datensatz von nieder- (LF) und hochfrequenten (HF) 7.414 Rufen, die von 411 Schweinen in zahlreichen kommerziellen Kontexten von der Geburt bis zur Schlachtung abgegeben wurden, analysiert. Es wurde untersucht, ob stimmliche Indikatoren für Emotionen bei Schweinen, die in früheren Studien ermittelt wurden, für alle Ruftypen und Kontexte gültig sind und möglicherweise für die Entwicklung eines automatisierten Tools zur Überwachung von Emotionen verwendet werden könnten. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass ein automatisches Erkennungssystem für die Überwachung des Wohlergehens von Schweinen in landwirtschaftlichen Betrieben entwickelt werden kann.

Quelle: Uni Kopenhagen / DGfZ

Nach Einschätzung von Agraranalysten des amerikanischen Landwirtschaftsministeriums (USDA) in der Pekinger US-Botschaft wird China im laufenden Jahr deutlich geringere Mengen an Schweinefleisch importieren als 2021. In einer aktuellen Marktprognose wird die Einfuhrmenge auf 3,3 Mio. t veranschlagt; das wären gut 1 Mio. t oder 24 % weniger als im Vorjahr. Agenturmeldungen zufolge ist der gesamte Fleischimport Chinas in den ersten beiden Monaten 2022 gegenüber dem Vorjahreszeitraum bereits um ein Drittel auf 1,07 Mio. t gesunken.

Quelle: SUS online

Mit einem Plus 65 Cent in fünf Wochen wurde Preisführer Spanien eingeholt

Getrieben von explodierenden Kosten für Rohstoffe und Energie sowie einem sich verknappenden Lebendangebot legen die Schlachtschweinenotierungen in ganz Europa teils massiv zu. Bestes Beispiel hierfür ist die deutsche Leitnotierung der Vereinigung der Erzeugergemeinschaften für Vieh und Fleisch (VEZG), die gestern (16.3.) nochmals um 10 Cent auf nun 1,85 €/kg Schlachtgewicht (SG) anstieg. In nur fünf Wochen hat die Notierung damit um 65 Cent bzw. 54 % zugelegt. Preissprünge von 18 oder 25 Cent in nur einer Woche hatte es seit der Einführung der Euro-Währung in Deutschland nicht gegeben.

Quelle: SUS online

In Hessen ansässige landwirtschaftliche Betriebe können vom Land eine finanzielle Unterstützung für ihre innovativen Projekte zur Verbesserung des Tierwohls erhalten. Das Land stellt dafür bis Ende 2022 Fördermittel in Höhe von rund 12 Millionen Euro zur Verfügung. Hessen soll bis 2045 klimaneutral werden. Neben den Maßnahmen zum Klimaschutz werden mit dem Förderprogramm insbesondere Projekte zur Verbesserung des Tierwohls unterstützt. Das Land hat zudem das Ziel, bis zum Jahr 2030 Ammoniakemissionen, die ihren Ursprung zu rund 95 Prozent in der Landwirtschaft haben, um 29 Prozent zu verringern. Neben neuartigen Bodenbelägen aus Gummi könne auch eine nährstoffangepasste Mehrphasenfütterung dazu beitragen, dass die Stickstoffausscheidungen der Tiere reduziert und damit die Bildung von Ammoniak insgesamt gemindert werden kann, so die Umweltministerin Priska Hinz.

Quelle: VETION /DGfZ

Ab dem 15. März 2022 bietet die Initiative Tierwohl nun auch die Teilnahme für Rinderhalter an: Rinder- und Kälbermäster bekommen somit für die Verbesserung des Tierwohls in ihren Ställen eine angemessene Vergütung von den angeschlossenen Schlachtunternehmen und werden Teil des branchenweiten Bündnisses. Seit 2015 können bereits Schweine- und Geflügelhalter teilnehmen. Tierwohlmaßnahmen, die über dem gesetzlichen Standard liegen, werden umgesetzt, ohne dadurch einen wirtschaftlichen Nachteil zu haben. 

Quelle: ITW